Myron Michailidis (de)

Myron Michailidis

Dirigent

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International geschätzt als einer der führenden griechischen Dirigenten, hat Myron Michailidis gegenwärtig die Positionen des Generalmusikdirektors des Philharmonischen Orchesters und des Theaters Erfurt sowie die des ersten Künstlerischen Direktors des neuen Heraklion Cultural and Conference Center auf Kreta inne.

Der 2016 von der Französischen Republik mit dem renommierten Titel “Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres” ausgezeichnete Maestro war von 2011 bis 2017 Künstlerischer Leiter und Chefdirigent der Griechischen Nationaloper in Athen. Für die großen Erfolge des Hauses unter seiner Leitung wurde er 2017 von der Gesellschaft der Freunde der Griechischen Nationaloper mit dem prestigeträchtigen “Apollo Award” ausgezeichnet. Sein Dirigierstil wird von den Kritikern als leidenschaftlich, lebendig und dennoch beherrscht beschrieben, wodurch seine Interpretationen eine außergewöhnliche dynamische Präzision und ein weites Ausdrucksspektrum erreichen.

Vor seiner Zeit an der Griechischen Nationaloper war Michailidis von 2004 bis 2011 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Thessaloniki State Symphony Orchestra. Von 1999 bis 2004 war er als Kapellmeister am Theater Görlitz tätig, wo er unter anderem Produktionen von Don Giovanni sowie Massenets Manon leitete. Während seiner Zeit am Thessaloniki State Symphony Orchestra leitete Michailidis unter anderem Konzerte bei verschiedenen Festivals in Griechenland sowie im Ausland. Im Dezember 2007 nahm er sein Orchester im Rahmen der Feierlichkeiten zum „Cultural Year of Greece in China” auf Tournee nach China, Gastgeber der Olympischen Spiele 2008.

Seine EMI Classics Aufnahme der Beethoven Klavierkonzerte 3 und 4 mit dem legendären französisch-italienischen Pianisten Aldo Ciccolini aus dem Jahr 2012 erntete international große Anerkennung. Für seine CD beim Label Naxos mit Werken des italienischen Komponisten Ildebrando Pizzetti, einige daraus Weltpremieren, erntete der Maestro 2009 ebenfalls hervorragende Kritiken, darunter fünf Diapasons des gleichnamigen französischen Magazins und zahlreiche weiteren

Auszeichnungen. Bereits zwei Jahre zuvor hatte ihm seine allererste Naxos Aufnahme mit Theodore Kerkezos und Werken bedeutender griechischer Komponisten des 20. Jahrhunderts wie Mikis Theodorakis, Nikos Skalkottas, Theodore Antoniou, Manos Hadjidakis, Minas Alexiadis und Vassilis Tenidis, zwei „Grammy Award“ Nominierungen sowie den Pizzicato „Supersonic Award“ eingebracht.

Das umfassende Repertoire des Künstlers besteht aus inzwischen über 250 Orchester- und Chorwerken und um die 40 Opern und reicht vom Barock bis zur zeitgenössischen Musik. Zu seinen Schwerpunkten gehören die Werke von Beethoven, Tchaikovsky und Rachmaninow, sowie zahlreiche Opern von Verdi, Puccini, Gounod und Wagner. Als Dirigent hat er mit angesehenen Musikern wie Paul Badura-Skoda, Salvatore Accardo, Aldo Ciccolini, Cyprien Katsaris, Ivo Pogorelich, Lars Vogt, Shlomo Mintz, Mischa Maisky, Vadim Repin, Martino Tirimo, Fazil Say, Barry Douglas, Diana Tishchenko, June Anderson, Cheryl Studer, Paata Burchuladze und zahlreichen anderen zusammengearbeitet.

Michailidis stand bereits am Pult zahlreicher renommierter Orchester in Deutschland, China, Israel, Italien, Tschechien, Mexico, Slowakei, Russland, Polen, Rumänien, Portugal und Taiwan, darunter bei den Berliner Symphonikern, dem Wiener Kammerorchester, Orchestra Sinfonica di Roma, Shanghai Opera House Orchestra, Slowakischen Philharmonischen Orchester, Jerusalem Symphony Orchestra, Orchester der Bucharest National Opera, Staatsorchester Braunschweig, Philharmonisches Orchester Erfurt, Astrakhan Symphony Orchestra, Orchestra della Fondazione Teatro Lirico Giuseppe Verdi di Trieste, George Enescu Philharmonic Orchestra, Prague Radio Symphony Orchestra, Sofia Philharmonic Orchestra, México State Orchestra, Οdessa Philharmonic Orchestra, sowie bei allen wichtigen Orchestern in Griechenland.

In Produktionen an internationalen Opernhäusern, Festivals und auf Tourneen arbeitete Maestro Michailidis im Laufe der Jahre mit einigen der bedeutendsten Sängern, Regisseuren und Bühnenbildnern. Auch leitete er zahlreiche spektakuläre Produktionen im legendären Odeon des Herodes Atticus in Athen. Im Jahr 2015 brachte seine Produktion von Gounods Faust mit Eric Cutler, Alexia Voulgaridou, Paata Burchuladze und Dimitri Platanias unter der Regie von Renato Zanella die erste DVD-Veröffentlichung der griechischen Nationaloper. 2017 leitete er eine Produktion von La Fille du Régiment am Shanghai Grand Theatre. Als Generalmusikdirektor des Theater Erfurts dirigierte er Neuproduktionen von Carmen (2018), Aida (2019), Rimsky-Korsakovs Märchen vom Zar Saltan (2019), Lohengrin (2020), Mozarts Schauspieldirektor (2020) sowie Vorstellungen von Lehars Die Lustige Witwe (2019). Für die Spielzeit 2021/22 stehen Manon Lescaut und Luisa Miller sowie eine Neuproduktion von Nabucco bevor. Seine für März 2021 geplante Norma Produktion an der Oper Göteborg musste aufgrund der Pandemie leider abgesagt werden.

Nach seinem Klavierstudium bei Dimitris Toufexis in Athen absolvierte Myron Michailidis sein Dirigierstudium bei Hans-Martin Rabenstein an der Universität der Künste Berlin und nahm an Meisterklassen bei Miltiadis Karydis und Simon Rattle teil. Zudem besitzt er einen Abschluss in Jura der Universität Athen.

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