Barry Douglas (de)

Barry Douglas

Klavier

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1986 war Barry Douglas der erste nicht-russische Pianist, der nach dem Sieg von Van Cliburn dreißig Jahre zuvor den Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau gewann. Der aus Nordirland/Belfast stammende Pianist studierte am dortigen Methodist College schon früh Klavier, Orgel, Cello und Klarinette. Mit Sechzehn wurde er Schüler der aus Österreich emigrierten Pianistin Felicitas LeWinter, die noch bei dem Liszt-Schüler Emil von Sauer studiert hatte - insofern ist Barry Douglas ein Urenkelschüler von Franz Liszt. Zudem studierte er bei John Barstow und Maria Curcio in London. Vor seinem spektakulären Moskauer Sieg war Barry Douglas Preisträger beim Concurso Internacional Palomo O’Shea 1980 in Santander und beim Van-Cliburn-Wettbewerb 1985 in Texas. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem RTÉ National Symphony Orchestra in Dublin und mit dem Ulster Orchestra in Belfast. Darüber hinaus ist Barry Douglas Künstlerischer Leiter des Clandeboye Festival in Nordirland. 1999 gründete er das Kammerorchester „Camerata Ireland“, um die besten jungen Musiker aus Nordirland und der Republik Irland zu fördern. Neben dem Streben nach musikalischer Exzellenz ist eines der Ziele des Orchesters, den Friedensprozess in Irland voranzutreiben, indem es durch seine musikalischen Bildungsprogramme Dialog und Zusammenarbeit fördert. Barry tourt regelmäßig mit Camerata Ireland durch die ganze Welt. Höhepunkte der vergangenen Spielzeiten waren das Debüt von Camerata Ireland bei den BBC Proms in London und die Weltpremiere einer neuen Kantate im Auftrag der ehrenwerten Irish Society.

In seiner langjährigen Karriere ist Barry mit Orchestern wie dem London Symphony Orchestra, BBC Scottish Symphony, Cincinnati Symphony, Singapore Symphony, Berlin Radio Symphony, Orchestre National de France, Seattle Symphony, Melbourne und Sydney Symphony, den St. Petersburger Philharmonikern, der Moskauer Staatssymphonie, dem Russischen Nationalorchester, den Vancouver und Colorado Symphony Orchestras, dem
Halleschen Orchester, der Royal Liverpool Philharmonic, den Hong Kong Philharmonic Orchestras und kürzlich mit dem Estonian National Symphony Orchestra, den Warschauer Philharmonikern, dem Orchestre National de Lille, den Nürnberger Symphonikern und der Staatskapelle Halle sowie vielen anderen aufgetreten.

Barry feierte den 30. Jahrestag seines Gewinns beim Internationalen Tschaikowsky-Klavierwettbewerb mit vollständigen Zyklen der Tschaikowsky Klavierkonzerte mit dem National Symphony Orchestra in Dublin und dem Ulster Orchestra in Belfast. Er ist auch für seine Förderung des zeitgenössischen Repertoires bekannt und hat die Premiere von Kevin Volans‘ 4. Klavierkonzert mit der Birmingham Contemporary Music Group und die europäische Premiere des Klavierkonzerts von Penderecki aufgeführt.

Als gefragter Rezitalist und Kammermusiker hat er auf der ganzen Welt Konzerte gegeben, von der Royal Albert Hall, Barbican und Wigmore Hall und dem Verbier Festival bis zur Forbidden City Concert Hall in Peking, dem Grand Theatre in Shanghai und anderen Städten in China. Neben Konzerttourneen durch Nordamerika und China gibt Barry weiterhin Konzerte in ganz Europa.

Unter seinen zahlreichen CD-Produktionen für BMG/RCA und nunmehr exklusiv für Chandos befindet sich auch die kürzliche Gesamteinspielung aller Klavier-Solowerke von Johannes Brahms, über die die „International Record Review“ schrieb: „ …dieser Zyklus wird eine bahnbrechende Version.“ Seine aktuellen Aufnahmeprojekte gelten den Solo-Klavierwerken von Schubert, Tschaikowsky und Liszt. Außerdem erforscht Barry mit Chandos irische Volksmusik durch seine eigenen Arrangements und arbeitet mit alten Melodien bis hin zu Stücken zeitgenössischer Songschreiber.

Barry Douglas ist “Commander of the Order of the British Empire” (CBE).

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